21. November 2018

Mitarbeiter. Langfristige Ausrichtung.

Software hat eine relativ enge Bindung zwischen Programmierer und Anwender und wird oft sehr viele Jahre genutzt. Weil man sich nicht gerne umgewöhnt und die schon erfassten Daten einen Wert darstellen. Ich betrachte es daher als wichtig, darüber zu informieren, wie es langfristig weitergehen wird. Immerhin hatte ich kürzlich wieder mal Geburtstag, bin jetzt 56 und ich finde, da darf und sollte man schon mal laut nachdenken.

Ich bin jetzt seit ungefähr 25 Jahren hauptberuflich selbständiger Programmierer. Meine Kinder sind praktisch mit meinem Geschäft aufgewachsen, mussten alle mal ein Jahr Buchhaltung für mich machen und waren auch schon auf diversen Veranstaltungen mit Anwendern dabei. Alle drei haben Ausbildungen, die auch den kaufmännischen Bereich beinhalten und mir ist wichtig, dass sie in der Lage sind, alleine Entscheidungen über meine Geschäfte zu treffen, sollte das notwendig sein. Bei wichtigen Entscheidungen reden auch jetzt schon immer alle mit, obwohl sie alle längst nicht mehr zuhause wohnen. Und bevor jemand fragt, ob die Kinder auch eine Mutter haben: Ja. Meine Frau ist die einzige Person in unserer Familie, die nicht am Computer sitzt sondern einem “normalen” Beruf nachgeht. Sie arbeitet in der Produktion von Mozartkugeln. Bei jener Firma in der Stadt Salzburg, wo 1890 die weltweit bekannte Köstlichkeit erfunden wurde.

Da passt es ganz hervorragend, dass unser jüngerer Sohn Michael im Oktober an der Universität Salzburg angefangen hat, Recht und Wirtschaft zu studieren. Wird 3 Jahre dauern und ich hoffe er schließt dann noch das zweijährige Master-Studium an. Die Eingangsprüfungen hat er bereits bestanden. Mit Bestnoten. Etwas anderes habe ich auch gar nicht erwartet.
Es passt deshalb gut, weil er genau das studiert, was mir bei meiner Arbeit manchmal fehlt. Fundiertes Fachwissen zur Unternehmensführung außerhalb der Programmierumgebung. Vor allem eben in den Bereichen Recht und Betriebswirtschaft. Michael stellt sich auf einer separaten Seite vor.

Da neben dem Studium noch ein bisserl Zeit übrig ist, arbeitet er geringfügig (10 Stunden pro Woche) für mich. Er wird sich um jene Bereiche kümmern, die ich nicht so gut kann, wie beispielsweise Texte hier im Blog zu verfassen. Was er im Studium lernt, wird er hier teilweise gleich anwenden können. Ich hoffe und nehme an, er wird auch noch nach dem Abschluss seines Studiums noch etwas Zeit für unser Familienunternehmen haben und sein Wissen einbringen.
Da kommen sicher interessante Sachen auf uns zu, die wir gemeinsam angehen können. Zum Beispiel die bessere Vermarktung meiner Programme wofür ich bisher keine Zeit hatte. Ich kann versprechen, es wird nicht die ganz große Lawine an Werbung losgetreten, sondern wir werden herausfinden, warum es bisher ohne Werbung so gut funktioniert hat und das dann langfristig absichern. Dazu gehört auch, dass wir die Vermarktung nicht aus der Hand geben werden. Der Weg zum Kunden ist dank Internet auch für kleine Unternehmen ohnehin so einfach wie nie zuvor.

An meiner Arbeitsweise wird sich in Zukunft also nicht viel ändern, außer dass ich nicht mehr alles selbst machen muss, weshalb wahrscheinlich weitere Mitarbeiter hinzukommen werden, und mir mehr Zeit für meine Lieblingsbeschäftigung bleibt: Über interessante Funktionen nachdenken und Programmcode in einen Computer tippen. Idealerweise irgendwo in der Natur, an schönen Plätzen und im Auto sitzend, das ich dafür perfekt ausgestattet habe. Es gibt so viele Ideen, für die bisher zu wenig Zeit blieb. Die meisten kommen von den Anwendern der Programme und meine Aufgabe ist es, die in den Programmen zu realisieren. So ungefähr stelle ich mir die nächsten mindestens 15 Jahre vor.

Auch an der Ausrichtung der Programme im Marktumfeld wird sich garantiert nichts ändern. Ich werde weiterhin versuchen, die Programme möglichst perfekt zu machen um den Betreuungsaufwand gering zu halten und sie dadurch sehr günstig anbieten zu können. Als Ein-Personen-Unternehmer blieb mir ab einer bestimmten Anzahl an Anwendern gar nichts anderes übrig, als beim Auftreten von mehreren Fragen zum gleichen Problem die Sache so zu programmieren, dass die Frage gar nicht mehr auftaucht. In dieser Sache kann ich auf viel Erfahrung verweisen.

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